Werkstattjournal · Mobile Lokinstandsetzung
Eine Lokomotive reist schlecht, also reist die Werkstatt zu ihr
Modelle aus Messing und Zinkdruckguss vertragen den Weg im Karton selten gut. Darum packen wir die Werkbank ein und arbeiten bei Ihnen am Tisch. Wir reinigen Getriebe, richten die Stromabnahme und setzen Decoder ein, während die Vitrine offen danebensteht. Was sich nicht lösen lässt, sagen wir noch am selben Nachmittag.
Der Einwand, den wir am häufigsten hören
„Lohnt sich die Anfahrt für eine einzige Lok überhaupt?“ Diese Frage kommt am Telefon fast immer. Unsere Antwort bleibt gleich: ja, sie lohnt sich meistens. Der Weg durch die Stadt kostet uns weniger Zeit als eine Fehlersuche ohne Anlage. Am Tisch des Sammlers sehen wir Gleis, Trafo und Modell im Zusammenhang. Viele Störungen, die nach Motorschaden klingen, sind am Ende verschmutzte Radschleifer. Kommen mehrere Modelle zusammen, planen wir dafür einen längeren Termin.
Eine Grenze, die wir auf die harte Tour gelernt haben
Am Anfang haben wir zu viel zugesagt und zu wenig gefragt. Zwei Nachmittage im Garten und ein paar aufgeschraubte Plastikgehäuse haben uns das ausgetrieben. Batteriebetriebene Kinderspielzeugeisenbahnen aus Kunststoff und Gartenbahn-Anlagen im Freien werden nicht angenommen. Dafür fehlen uns Ersatzteile, Erfahrung und ehrlich gesagt auch die Freude. Wir bleiben bei Sammlermodellen für den Innenraum, bei feiner Mechanik und bei Digitaltechnik. Diese Absage sparen wir uns nicht bis zum Termin auf, sie kommt sofort.